Katzen leiden still; FORL  alias RL

Da ich nun dank der Investition in digitales Dentalröntgen und die moderne Zahnstation nun fast täglich sehe, wieviel Leid Katzen ohne passende Diagnose und Therapie erleiden, möchte ich an dieser Stelle dieser grauenvollen Erkrankung einen eigenen Platz einräumen.

 

Ich werde versuchen hier auch immer mal wieder neue Fallberichte zu beschreiben. Nicht zuletzt auch die Rückmeldungen der Besitzer (natürlich mit deren ausdrücklichen Genehmigung). Diese Rückmeldungen sind für mich besonders wertvoll, da sie uns rückwirkend Aufschluss darüber geben, welche Anzeichen für das Leiden nicht oder zu spät erkannt wurden.

Ich lerne derzeit ständig dazu und es kommen unglaubliche Verhaltensänderungen zum Vorschein, die vor der Behandlung unbewußt als "normal" hingenommen wurden.

 

Selbst aufmerksamsten Besitzern sind diese Symptome teilweise über Jahre entgangen.

Zarte Hinweise sind z.B.:

  • Mundgeruch
  • Zahnbeläge / Zahnstein
  • verändertes / vermindetes Spielverhalten "sie trägt keine Stoffmäuse mehr; ist jetzt erwachsen"
  • verändertes / vermindertes Jagen "früher hat sie Mäuse gefangen, heute spielt sie nur noch damit"
  • Rückzug auf "sichere" Plätze
  • vermindertes Putzverhalten
  • weniger oder einseitiges "Köpfchengeben"
  • wählerisches Fressverhalten; z.B. nur die Soße abschlecken, oder nur Trockenfutter mögen
  • Futter erbrechen
  • Futterbröckchen aus dem Mund fallenlassen
  • eingeschränkter Kontakt zu Menschen oder anderen Tieren
  • plötzliches aggressives Verhalten beim Streicheln
  • das sogenannte Chattering - eine Art Zähneklappern
  • Speicheln
  • Abmagerung
  • schlecht einstellbare Stoffwechselerkrankungen z.B. Diabetes
  • Umfangsvermehrungen im Gesicht
  • häufiges Reiben der Pfoten am Kopf
  • Unsauberkeit/Blasenentzyndung/Zystitis
  • .....

Leider lerne ich fast täglich neue Varianten kennen. Die Liste wird deutlich länger. Teilweise erkennen wir auch im Nachhinein die Symptome erst, wenn die Katzen ihr eigentliches (schmerzfreies!) Normalverhalten zurückgewonnen haben.

Daher raten wir Katzenbesitzern dringend ihr Tier untersuchen zu lassen wenn sie eines oder gar mehrere der genannten Symptome identifizieren. Ihre Katze wird es ihnen danken.

Die Informationen der hochgeschätzten Kollegen Ralph Rückert und Dr. Markus Eickhoff möchte ich Ihnen an dieser Stelle auch keinesfalls vorenthalten, denn sie treffen die Problematik genau:

 

Interessante Links

Hier ein paar interessante Fundstücke:

Zum Beispiel vom lieben Kollegen Ralph Rückert aus Ulm:

Und zum Thema "Entwicklung des tierärztlichen Notdienstes":

Tipps zum Eingeben von Medikamenten bei Katzen:

Seniorchef scheidet aus  

26.07.2011


Nach vielen schönen Jahren mussten wir uns heute von dem Seniorchef der Praxis trennen. Im gesegneten Alter von 19,5 Jahren haben ihn seine Kräfte dann doch noch völlig verlassen.

Terry hat über viele Jahre hinweg sehr vielen Hunden - und allen voran einigen Welpengenerationen - geholfen, die Praxis als fröhlichen, disziplinierten und vertrauenswürdigen Ort kennen zu lernen.

Stets hat er es ohne jeglichen Einsatz von Gewalt geschafft den Hunden in der Praxis zu erklären, dass er der unangetastete Chef ist und sie ihm deshalb vertrauen können. Vielen Hundebesitzern hat er gezeigt, mit welch profanen Methoden man Dominanz zeigen kann, ohne dabei aggressiv zu werden.

Vielen "Prüflingen" in Sachkundetests hat er gezeigt, wie dezent ein sicherer Hund droht. (Und er hat niemals über eine Drohung hinaus gehen müssen.)

Von ihm durfte ich bis zuletzt enorm viel über mein Verhalten und das meiner vierbeinigen Patienten lernen.

Die unzähligen wunderschönen privaten Stunden, die wir verleben durften seien hier auch dankbar erwähnt. Zumal er es meiner Tochter ermöglicht hat, den Umgang mit Hunden zu lernen, ohne, dass sie jemals in Gefahr war, dabei Schaden zu nehmen.

Danke Terry; wir alle vermissen Dich!

Senior Terry

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